Chancenkarte beantragen: So gehst du Schritt für Schritt vor
Du willst die Chancenkarte beantragen, weißt aber nicht genau, wo du anfangen sollst? Zwischen Punktesystem, Sperrkonto und Botschaftstermin verlieren viele Bewerber den Überblick – und genau das kostet unnötig Zeit. In diesem Leitfaden zeigen wir dir Schritt für Schritt, welche Voraussetzungen du erfüllen musst, welche Unterlagen du brauchst und wie der Antrag konkret abläuft, damit dein Antrag beim ersten Mal durchgeht.
Punkte brauchst du mindestens im offiziellen Punktesystem · Auswärtiges Amt
Antragsgebühr, unabhängig vom Ausgang deines Antrags
Sperrkonto-Nachweis pro Monat, Stand 2026
Was ist die Chancenkarte überhaupt?
Die Chancenkarte ist ein eigenständiger Aufenthaltstitel, mit dem du als Fachkraft aus einem Nicht-EU-Staat für bis zu zwölf Monate nach Deutschland einreisen darfst, um vor Ort einen passenden Job zu finden – auch ohne bereits unterschriebenen Arbeitsvertrag. Während der Gültigkeit darfst du eine Teilzeitbeschäftigung von bis zu 20 Stunden pro Woche ausüben und zusätzlich bis zu zwei Wochen Probearbeit bei einem Arbeitgeber leisten. So lernst du deutsche Betriebe direkt kennen, bevor du dich langfristig bindest.
Sobald du eine feste Stelle gefunden hast, wechselst du von der Chancenkarte in eine reguläre Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit. Die Chancenkarte selbst ist also eine Brücke – kein Arbeitsvisum im klassischen Sinn.
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Voraussetzungen: Wer die Chancenkarte beantragen kann
Bevor du die Chancenkarte beantragst, solltest du prüfen, ob du die vier Grundvoraussetzungen erfüllst:
- Berufsqualifikation: Du hast eine mindestens zweijährige Berufsausbildung abgeschlossen oder einen Hochschulabschluss, der in deinem Herkunftsland staatlich anerkannt ist.
- Sprachkenntnisse: Du sprichst mindestens Deutsch auf Niveau A1 oder Englisch auf Niveau B2.
- Finanzielle Absicherung: Du kannst deinen Lebensunterhalt in Deutschland nachweisen – über ein Sperrkonto, eine Verpflichtungserklärung oder einen Teilzeit-Arbeitsvertrag.
- Punktesystem: Du erreichst mindestens sechs Punkte im offiziellen Auswahlsystem (siehe nächster Abschnitt).
💡 Gut zu wissen: Ist dein ausländischer Berufs- oder Hochschulabschluss bereits vollständig als gleichwertig anerkannt, giltst du automatisch als anerkannte Fachkraft. Dann entfällt das Punktesystem komplett – Sprachkenntnisse und Sperrkonto musst du trotzdem nachweisen.
Das Punktesystem der Chancenkarte im Detail
Erreichst du keine vollständige Anerkennung deines Abschlusses, entscheidet das Punktesystem, ob du die Chancenkarte beantragen kannst. Mindestens sechs Punkte sind Pflicht – so setzen sie sich zusammen:
| Kriterium | Punkte |
|---|---|
| Teilweise Anerkennung deines Abschlusses | 4 |
| Qualifikation in einem Engpassberuf (Mangelberuf) | 1 |
| 2 Jahre Berufserfahrung in den letzten 5 Jahren | 2 |
| 3 Jahre Berufserfahrung in den letzten 7 Jahren | 3 |
| Deutschkenntnisse Niveau A2 | 1 |
| Deutschkenntnisse Niveau B1 | 2 |
| Deutschkenntnisse Niveau B2 oder höher | 3 |
| Zusätzlich Englisch Niveau C1 oder höher | 1 |
| Alter bis 35 Jahre | 2 |
| Alter 35–40 Jahre | 1 |
| Mind. 6 Monate legaler Voraufenthalt in Deutschland (letzte 5 Jahre) | 1 |
| Gemeinsame Antragstellung mit Ehe- oder Lebenspartner | 1 |
Rechne dir vorab realistisch aus, wie viele Punkte du erreichst. Touristische Aufenthalte zählen dabei nicht als Voraufenthalt – nur Studium, Sprachkurs oder frühere Erwerbstätigkeit in Deutschland bringen dir hier einen Punkt.
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Diese Unterlagen brauchst du, um die Chancenkarte zu beantragen
Damit dein Antrag nicht an fehlenden Dokumenten scheitert, solltest du folgende Unterlagen vollständig zusammenstellen, bevor du einen Botschaftstermin buchst:
- Gültiger Reisepass (nicht älter als 10 Jahre, mindestens 3 Monate über die Visumsdauer hinaus gültig, mit mindestens zwei freien Seiten)
- Ausgefülltes Visumantragsformular plus biometrisches Passfoto
- Nachweis deiner abgeschlossenen Berufsausbildung oder deines Hochschulabschlusses
- Anerkennungsbescheid der zuständigen deutschen Stelle, falls dein Abschluss im Ausland erworben wurde
- Sprachnachweis Deutsch (A1 oder höher) oder Englisch (B2 oder höher) als offizielles Zertifikat
- Finanzierungsnachweis: Sperrkonto, Verpflichtungserklärung oder Teilzeit-Arbeitsvertrag mit deutschem Arbeitgeber
- Nachweis einer gültigen Krankenversicherung für die Einreisephase
- Nachweise zur aktuellen Jobsuche, etwa Bewerbungsschreiben oder Kontakt zu Vermittlungsagenturen wie Globemee
📌 Tipp: Ein Nachweis über laufende Bewerbungen stärkt deinen Antrag. Bewirb dich schon vor dem Botschaftstermin.
📄 Übersetzungspflicht beachten: Alle Unterlagen müssen auf Deutsch oder Englisch vorliegen. Dokumente in anderen Sprachen brauchen eine beglaubigte Übersetzung, die du zusammen mit dem Original einreichst.
Chancenkarte beantragen: der Ablauf Schritt für Schritt
Du kannst die Chancenkarte online über das Portal des Auswärtigen Amts vorbereiten oder direkt persönlich bei der zuständigen Botschaft beantragen. So läuft der Prozess in der Praxis ab:
-
1Schritt 1
Punkte berechnen und Unterlagen sammeln
Prüfe anhand des Punktesystems, ob du mindestens 6 Punkte erreichst, und stelle parallel alle Nachweise zusammen.
-
2Schritt 2
Online-Konto anlegen und Formular ausfüllen
Wenn du die Chancenkarte beantragen möchtest, registrierst du dich zunächst im Online-Portal des Auswärtigen Amts und füllst das elektronische Visumformular mit deinen persönlichen Daten aus.
-
3Schritt 3
Dokumente hochladen und Termin buchen
Lade deine Unterlagen als PDF oder Foto hoch und vereinbare einen persönlichen Termin bei der Botschaft oder dem Konsulat.
-
4Schritt 4
Termin vor Ort: Gebühr, biometrische Daten, Interview
Du zahlst die Gebühr von 75 €, gibst Fingerabdrücke und ein biometrisches Foto ab und führst ein kurzes Interview zu deinem Antrag.
-
5Schritt 5
Entscheidung abwarten und einreisen
Nach der Bearbeitung erhältst du Bescheid. Mit erteilter Chancenkarte kannst du nach Deutschland einreisen und dich direkt auf unserem Jobboard bewerben.
🌍 Sonderregel für einige Länder: Staatsangehörige aus Australien, Kanada, Israel, Japan, Neuseeland, Südkorea, dem Vereinigten Königreich und den USA können ohne vorheriges Einreisevisum direkt nach der Einreise bei der örtlichen Ausländerbehörde in Deutschland die Chancenkarte beantragen.
Kosten und Bearbeitungszeit realistisch einplanen
Die reine Antragsgebühr für die Chancenkarte liegt bei 75 € und wird bei der Botschaft oder dem Konsulat fällig – unabhängig davon, ob dein Antrag am Ende genehmigt wird. Hinzu kommen mögliche Kosten für Übersetzungen, Sprachtests und die Kontoführung deines Sperrkontos.
Für das Sperrkonto musst du 2026 mindestens 1.091 € pro Monat nachweisen, also rund 13.092 € für die volle Gültigkeit von zwölf Monaten. Verdienst du bereits über einen Teilzeitjob in Deutschland, reicht es, die Differenz zu diesem Betrag über das Sperrkonto abzudecken.
Bei der Bearbeitungszeit solltest du Geduld mitbringen: Je nach Auslastung der Botschaft dauert die Prüfung deines Antrags zwischen sechs Wochen und sechs Monaten. Plane deshalb ausreichend Vorlauf ein, bevor du deine Chancenkarte beantragen willst – vor allem, wenn du an einen bestimmten Starttermin gebunden bist.
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Was du direkt nach der Genehmigung erledigen solltest
Die Chancenkarte beantragen ist nur der erste Schritt. Sobald sie genehmigt ist und du nach Deutschland eingereist bist, beginnt die eigentliche Jobsuche:
- Wohnsitz anmelden: Vereinbare zeitnah einen Termin beim Bürgeramt an deinem neuen Wohnort.
- Jobsuche aktiv starten: Bewirb dich gezielt auf offene Stellen und nutze die erlaubte Teilzeitbeschäftigung von 20 Stunden pro Woche, um erste Praxiserfahrung zu sammeln.
- Probearbeit nutzen: Bis zu zwei Wochen Probearbeit helfen Arbeitgebern und dir, sich vor einer Festanstellung kennenzulernen.
- In die Aufenthaltserlaubnis wechseln: Sobald ein Arbeitsvertrag steht, beantragst du die Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit bei der zuständigen Ausländerbehörde.
Das bietet dir Globemee, sobald deine Chancenkarte da ist
- ✅ Direkter Zugang zu offenen Stellen deutscher Arbeitgeber
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Häufige Fehler beim Chancenkarte-Antrag
Diese Stolpersteine tauchen beim Chancenkarte beantragen immer wieder auf und verzögern oder gefährden den Antrag unnötig:
Fehler 1 – Punkte zu optimistisch berechnet: Wer beim Chancenkarte beantragen die eigene Punktzahl überschätzt, riskiert eine Ablehnung. Rechne konservativ und prüfe deine Berechnung im Zweifel mehrfach nach.
Fehler 2 – Unvollständige oder falsch übersetzte Unterlagen: Fehlt eine beglaubigte Übersetzung oder ein Dokument, verzögert sich die Bearbeitung erheblich.
Fehler 3 – Sperrkonto zu knapp kalkuliert: Der Mindestbetrag von 1.091 € pro Monat muss für die gesamte geplante Aufenthaltsdauer nachgewiesen werden, nicht nur für die ersten Monate.
Fehler 4 – Zu später Antragsstart: Bei Bearbeitungszeiten von bis zu sechs Monaten führt ein zu später Antrag dazu, dass geplante Starttermine platzen.
Fehler 5 – Keine Anerkennungsprüfung vorab: Wer nicht weiß, ob der eigene Abschluss anerkennungsfähig ist, verschenkt möglicherweise Punkte oder sogar die komplette Punktepflicht.
Deine Chancenkarte ist erst der Anfang
Sobald du in Deutschland bist, zählt jede Woche. Bewirb dich direkt auf offene Stellen bei Arbeitgebern, die aktiv international einstellen.
Häufige Fragen zum Chancenkarte-Antrag
📚 Quellen zum Chancenkarte-Antrag
- Make it in Germany – offizielles Portal der Bundesregierung: Chancenkarte
- Make it in Germany – Self-Check Chancenkarte
- Make it in Germany – Fragen und Antworten zur Chancenkarte
- Germany Visa – Chancenkarte Deutschland: Voraussetzungen, Punkte & Antrag
- Auswärtiges Amt – Online-Antragsportal Chancenkarte
- Handbook Germany – Die Chancenkarte zur Jobsuche
- Chancenkarte.com – Sperrkonto für die Chancenkarte
Die Chancenkarte zu beantragen ist kein Hexenwerk, aber Detailarbeit: Punktesystem korrekt berechnen, Unterlagen vollständig und übersetzt einreichen, Sperrkonto rechtzeitig einrichten und genug Zeit für die Bearbeitung einplanen. Wer diese Schritte sauber abarbeitet, reduziert das Risiko einer Ablehnung erheblich.
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